Mieten sind in allen Hochschulstädten gestiegen – in der Spitze sogar zweistellig
Die durchschnittlichen Mieten – bereinigt um Lage und Qualität, sind in allen 38 untersuchten Hochschulstandorten weiter gestiegen. Im Durchschnitt liegen die Steigerungen um 5,9% über denen aus dem Vorjahr. Im Jahre 2021 waren es nur 1,5%. Spitzenreiter bei der Steigerungen ist Berlin mit 18,5%, Rostock und Leipzig bei jeweils 12%. Die geringsten Steigerungsraten hat Freiburg mit 3,1%, Frankfurt und Darmstadt jeweils 3,5%. Im vergangenen Jahr waren die Mieten sogar gesunken.
Der teuerste Ort zum studieren ist immer noch München. In der bayrischen Hauptstadt liegt die studentische Musterwohnung bei aktuell 787 Euro, dicht gefolgt von Stuttgart mit 786 Euro und mit etwas Abstand kommt die Bundeshauptstadt Berlin mit 718 Euro. Die günstigsten Städte sind die ostdeutschen Städte Chemnitz mit 224 Euro, Magdeburg mit 303 Euro und Leipzig mit 383 Euro. Die studentische Musterwohnung wurde bei einer normalen Ausstattung unter anderem mit einer Wohnfläche von 30 m2 angesetzt. Weiterhin wurde eine Lage in direkter Umgebung der Hochschule unterstellt. Neben den reinen Mietkosten wurden in der o.a. Summe auch Nebenkosten von 20% einkalkuliert, somit sind diese Mieten Warmmieten.
Kürzlich wurde der BAföG-Wohnzuschlag von ursprünglich 325 Euro auf 360 Euro angehoben. Aber lediglich in den Städten Chemnitz und Magdeburg können sich Studenten davon ein Apartment leisten. In München erhalten die Studenten für diese Summe gerade mal ein Apartment mit 17 m2.
Aufgrund gestiegener Energiepreise schauen sich nunmehr viele Mietinteressenten auch nach kleineren Wohnungen um, weiterhin sind aufgrund der gestiegenen Zinsen nunmehr Menschen auf Mietwohnungssuche, die Anfang des Jahres noch kaufen wollten und konnten. Michael Voigtländer, Immobilienexperte am Institut der deutschen Wirtschaft mein dazu: „Dies hat zur Folge, dass sich die Konkurrenz im Markt für studentisches Wohnen weiter verschärft – mit entsprechenden Folgen für die Mietkosten und das Angebot.“
Die Inflation trifft studierende besonders hart!
„Die Mietpreise für Studenten entwickeln sich schon seit einiger zeit rasant, nun verschärfen stark steigende Lebenshaltungskosten die Situation weiter. Dabei kommen viele nach der Corona-Krise und dem Wegfall zahlreicher Studierendenjobs finanziell gerade erst wieder auf die Beine. Punktuelle Entlastungen, etwa der heizkostenzuschuss für BAföG-Empfänger oder Sonderzahlungen im Rahmen des dritten Entlastungspakets, sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt Dr. Uwe Schroder Wildberg, Vorstandsvorsitzender der MLP SE.