Barrierefreiheit beginnt im Kopf
Rolf Riesner ist 58 Jahre alt, als die Kinder ausgezogen sind und er mit seiner Frau Monika beschließt, das gemeinsame Haus zu verkaufen und eine ebenerdige, barrierefreie Wohnung zu erwerben. „Viele angehende Senioren entscheiden sich auch dafür, lieber im vertrauten, großen Eigenheim zu bleiben“, weiß Dondorf aus gut drei Jahrzehnten Berufserfahrung. Dann sei es allerdings unvermeidlich, sich schon einige Jahre zuvor mit zentralen Aspekten auseinanderzusetzen. Dazu gehöre etwa, das Haus so gut wie möglich von unnötigen Stufen und Stolperfallen zu befreien. Ein guter Anfang sei auch die Suche nach ungünstig gelegenen Steckdosen, nach unübersichtlichen Bereichen, nach störenden Türschwellen und schwierig zu erreichenden Möbelstücken – um dann rechtzeitig Abhilfe zu schaffen. Darüber hinaus immer eine Überlegung wert: Lassen sich wichtige Räume wie das Schlafzimmer eventuell ins Erdgeschoss verlegen? Finden Waschmaschine, Trockner Und Vorräte im Parterre Platz? Außer dem Zugang zum Haus und zu den einzelnen Wohnräumen sollte auch der Weg zur Mülltonne, zum Garten oder zur Garage frei von Hindernissen sein.
Manche Maßnahmen ließen sich in Eigenregie erledigen – etwa Möbel zu entsorgen oder neu zu positionieren, Haltegriffe anzubringen und Bodenbeläge unfallsicher machen. Bei manchen Häusern oder Wohnungen müssten aber vielleicht Türen verbreitert oder Bad, WC und Küche angepasst werden – spätestens dann werde ein Profi-Handwerker fällig. Vorsicht „Stolperfalle“: Ist wie im Fall von Rolf und Monika ein späterer Verkauf der Immobilie geplant, sollten umfassende Umbauten gut überlegt sein, denn: „Ein seniorengerecht umgestaltetes Haus erfährt leider selten eine Wertsteigerung“, gibt Dondorf zu bedenken, da die potentiellen Käufer in der Regel junge Familien sind.